Nr. 86 SLS/DIL WIRTSCHAFT REGIONAL Sa/So, 12./13. April 2008

Wenn Unternehmen sich mit dem Thema Nachfolge befassen

200 Zuhörer bei Veranstaltung im Gästehaus der Dillinger Hütte - Ab 55 Jahren sollten Weichen gestellt werden

Erfolgreiche Unternehmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie frühzeitig auch ihre Nachfolge regeln. Damit lässt sich so manches Lebenswerk dauerhaft fortführen. Alleine im Saarland stellt sich jährlich etwa 1000 Unternehmen die Frage der Betriebsnachfolge.

Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Dillingen. "Dass Unternehmen eher zu spät als zu früh das Thema Nachfolge angehen, ist der Normalfall", weiß Frank Jungblut, VSU AG Unternehmensbörse Saar-Pfalz. Am Dienstag stellten er und weitere Fachleute auf einer Veranstaltung des Arbeitskreises Wirtschaft, AKW, eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge dar. Rund 200 Zuhörer bekamen im Gästehaus der Dillinger Hütte Einblicke in grundlegende Abläufe, die mehrere Jahre dauern können.

Etabliertes Konstruktionsbüro

"Es ist viel sinnvoller, ein etabliertes Konstruktionsbüro zu übernehmen, als es neu aufzubauen." Mit dieser Einschätzung wagte sich Christian Kuckelberg, 46, an die Nachfolge der Industrie Engineering Gerstner & Co. GmbH in St. Ingbert. Über 37 Jahre lang hatte Günter Gerstner dieses Büro für Maschinen- und Stahlbaukonstruktionen entwickelt. Etwa zweieinhalb Jahre dauerte der Übergabeprozess, der letztlich zur KSK Industrie Engineering GmbH mit zwölf Mitarbeitern führte.

In ihr sind Kuckelberg sowie zwei langjährige Mitarbeiter der St. Ingberter Firma, Cristian Sincu und Manfred Köhl, als neue Betriebsführung vertreten. Als "gesellschaftspolitische Herausforderung" stufte AKW-Vorsitzender Hanspeter Georgi den Umfang der Firmennachfolgen ein. An ihr hängen Arbeitsplätze auch im Saarland, betonte der frühere saarländische Wirtschaftsminister.

Weichen stellen

"Die Kosten und Betriebsstrukturen müssen in Ruhe auf die Nachfolgelösung vorbereitet werden", sagte Frank Jungblut. Damit sei ein Verkauf überhaupt erst möglich. Auch sei zu überlegen, wie der Unternehmenswert zu steigern wäre. Ab 55 Jahren sollte überlegt werden, die Weichen zu stellen. Zu überdenken sei dabei, ob als Ganzes veräußert werden solle, oder nur in Teilbereichen; Haftungsfragen spielten ebenso eine Rolle wie steuerrechtliehe. Über diese Aspekte informierten Michael Cullmann von der Wirtschafts- und Steuerberatung AG, Klaus Schuh, Bank 1 Saar, sowie Winfried Herberg von der Saarländischen Investitionskreditbank. Aber auch über Fragen der Finanzierung durch den Übernehmer, dessen Eignung und mögliche Fördermittel.

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